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Biografie von Elton John

Von Marina Schwarz

Es war der 25. März 1947 und das noch sehr junge Paar Sheila Eileen Harris (nun Dwight) und Stanley Dwight wurde 2 Jahre nach ihrer Hochzeit Eltern eines kleinen Sohnes, den sie Reginald Kenneth nennen. Sie lebten bei Sheilas Eltern, Ivy und Fred Dwight in einem abgetrennten Bereich des Rathauses in Pinner, einem Dorf im Großraum London., was sie alle zusammen bewohnten. Sheila war erst 18 bei der Hochzeit und lieferte Milch bis zu ihrer Ehe aus, Stanley war bei der Royal Air Force und deshalb nicht sehr oft zu Hause, ab dem Zeitpunkt als er 1947 zum Leutnant befördert wurde. Elton sah ihn zum ersten Mal als er drei war. Die Dwights waren nicht unmusikalisch: Stanley war Trompeter in einer nicht professionellen Bigband, Eltons Tante spielte Klavier und die, die nicht so musikalisch waren kauften begeistert Platten . 

Als Reginald (genant Reg) dreieinhalb Jahre alt war, setzte er sich an das schwarze Klavier, welches im Hause Dwight rumstand und spielte Winifred Atwells "The Skaters Waltz" nach Gehör nach. Natürlich war das nicht gleich perfekt, doch Sheila erkannte das musikalische Talent ihres Sohnes. Eine kurze Zeit lang konnte er komischerweise nur in C-Dur spielen. Das gab sich aber zum Glück wenig später. Es dauerte nicht lange und Reg spielte öfters auf Familienfeiern. Als er fünf Jahre alt wahr, nahm er Klavierunterricht bei Mrs. Jones, die in der Nähe wohnte. Er fand großen Gefallen an Rock´n Roll Musik, klar, bei ihm zu Hause lief ja auch den ganzen Tag das Radio. Elton wuchs mit Frank Sinatra, Rosemery Clooney und Nat King Cole auf, wie er später einmal sagte und freute sich immer auf das Radioprogramm am Sonntag. Und Schallplatten hatte er auch massenweise. Bei einem Frisörtermin als Kind wurde er als Kind z.B. auf Elvis Presley aufmerksam; Buddy Holly, Jerry Lee Lewis und Little Richard prägten ihn auch und er spielte diese Sachen sehr gerne. 

Doch sein Vater sagte, er müsse sich mit etwas ernsthafteren Beschäftigen. Als er sieben Jahre alt war schenkte er ihm Jazznoten. Elton war damals nicht so begeistert davon: er wollte eigentlich ein Fahrrad. Wie jeder andere Pianist auch spielte er natürlich Klassik, Bach und Chopin hatten es ihm angetan, doch seine Klavierlehrerin beschrieb seine Fähigkeiten in klassische Musik spielen eher als "awful", ich vermute mal, dass das an seinem harten Anschlag liegt. Im Alter von 11 Jahren bewarb er sich bei der Royal Academy of Music in London, er bestand die Aufnahmeprüfung mit Bravur. Elton spielte u. a. ein vierseitiges Händelstück aufnahmereif und wahr ab sofort Juniorstudent. Der Unterricht bestand aus Einzelunterricht, Harmonielehre und Theorie, Komposition und Chor. Jeden Samstag setze er sich nun in die U-bahn und fuhr ungefähr eine halbe Stunde zur Academy. Er ging nicht sonderlich gerne dorthin, wenn er keine Lust auf Unterricht hatte, wollte er sich am liebsten in die U-bahn setzen und umherfahren. Elton war nach eigenen Angaben ein Schüler, der nicht viel üben brauchte und es trotzdem immer schaffte. Trotzdem wurde er als Musterstudent beschrieben. Wie jedes andere Kind auch, besuchte er zusätzlich eine staatliche Schule. Elton ging auf das örtliche Gymnasium in Pinner, wahr dort ein mittelmäßiger bis guter Schüler. Die Mädchen mochten ihn sehr gerne, ansonsten wahr er bei den Jungs eher unbeliebt. Sie nannten ihn "Fat Reg". Seine Lieblingsfächer waren wohl Musik und Englisch, weil er sie später als Leistungskurse nahm. 

Die Ehe seiner Eltern ging nach einiger Zeit den Bach runter und Stanley Dwight war noch dazu eher desinteressiert an seinem Sohn. Elton wurde von seiner Mutter und seiner Oma eher streng erzogen, doch zu seiner Mutter hatte er ein sehr enges Verhältnis und die Großmutter war auch nett. Sie waren ja auch die einzigen, die ihn mal in den Arm genommen haben und nicht zurückgestoßen haben wie sein Vater. Wenn sein Vater mal da war, stritt er sich meistens mit Sheila, was ihm sehr wehtat. Als Elton 15 war ließen sie sich scheiden. Seine Mutter heiratete bald darauf wieder, einen Kunstmaler namens Fred Farebrother. Zu ihm hatte Elton ein sehr gutes Verhältnis, Fred (von ihm liebvoll Derf genannt) unterstütze ihn und kümmerte sich um den leicht dicklichen Teenager mit den Minderwertigkeitskomplexe. Auch sein Vater heiratete wieder, eine Frau namens Edna und bekam mit ihr vier Kinder. Elton, Sheila und Derf zogen in ein Achtparteienhaus in der Nähe des alten Wohnortes und er bekam dank der Hilfe von Derf und Sheila einen Wochenendjob als Barpianist in einem Pub, und verdiente relativ gut. Er spielte populäre Sachen und musste auch "When Irish Eyes Are Smiling" spielen, wenn er das nicht gemacht hätte, hätte er vermutlich ein Bier an den Kopf bekommen. Das Spielen war nie ein Problem für ihn, wenn man ihm ein Notenblatt gab, konnte er es vom Blatt spielen. Von dem Geld das er verdient hatte kaufte er sich ein elektrisches Klavier. Er war auch Mitglied einer Band namens The Corvettes, doch das war nur für eine sehr kurze Zeit. Sie trennten sich als der Reiz des Neuen weg war und sie nicht mehr für Kindergeburtstage und sonstige Partys in der Nachbarschaft gebucht wurden. Insgesamt lies er keinen Gig aus. Eine echte Rampensau eben. Warum auch nicht? Elton war damals und ist heute nie aufgeregt vor Konzerten. 

1964 wurde er Mitglied der Band Bluesology, benannt nach einem Song von Django Reinhardt, doch er war nicht wie man vermuten könnte Leadsänger und Kopf der Band, sondern hat dort Klavier gespielt und seine schöne Stimme mit backgroundsingen verschwendet. Der Leadsänger Stuart Brown liebte Jimmy Witherspoon, also kann man sich denken, was meistens gespielt wurde. Elton (damals noch Reg) war davon wenig begeistert, Jerry Lee Lewis oder Little Richard wären ihm lieber gewesen. Wenn sein Wunsch schon nicht erfüllt wurde, so schrieb er erste eigene Songs, Come Back Baby z.B., die im Tonstudio aufgenommen wurden. Die Singles waren nicht sonderlich erfolgreich. Ein Jahr später verlies er die Schule ohne Abi, um Botenjunge zu bei Mills Music (ein Musikverleger) zu werden. Sein Geschichtslehrer sagte ihm: "Wenn du 40 bist, bist du entweder ein höherer Botenjunge oder Millionär." Mit zweiterem sollte er recht behalten. Bluesology verpflichtete sich nach einem Konzert bei einer Agentur als Backroundband für verschiedene Künstler. Sie tourten mit amerikanischen R´n B Sängern durch Europa. Im Dezember 1966 durften sie zusammen mit zwei anderen Bands sogar Little Richard begleiten. Im gleichen Monat wurde Long John Baldry Leadsänger im Frühjahr des nächsten Jahres wurde Bluesology neunköpfig und wurde zur John Baldry Show. Im Juni 1967 erschien eine Anzeige in einer Zeitung, dass ein Songwriter gesucht wird. Reg Dwight und Bernie Taupin beworben sich beide auf diese Anzeige. Er kam bei Liberty Records rein und sagte: "I feel lost". Ray Williams, zu dem er das sagte, fand es ein bisschen merkwürdig, die Zukunft eines Menschen in der Hand zu haben. Das ist sicher keine leichte Aufgabe. Elton sang vor und Ray sagte, dass er etwas besonderes in der Stimme habe. Diese Wärme, Heftigkeit und der ganz besondere Charakter dieser Stimme sei ihm aufgefallen. Eine ideale Stimme für Aufnahmen eben. Bernie hatte sich ja auch beworben, allerdings wegen seiner Texte. Er schickte Ray Williams einen Stapel Texte mit einem beigefügten Brief. Darauf stand ungefähr: "Ich bin Poet und ich denke, dass meine Texte geeignet für Songs sind." Wunderbar, dachte sich Ray: Elton schreibt keine Lyrics, kann aber super singen und Bernie ist ein wahrer Poet, niemand der "moon in june" schreibt. So fanden die beiden zueinander. 

Im November 1967, nachdem sie schon einige (noch nicht erfolgreiche) Songs zusammen geschrieben hatten, unterzeichneten sie einen Vertrag bei Dick James Music. Einen Monat später verlässt er Bluesology und gibt sich den Namen Elton John. Eine Mischung zwischen Long John Baldry und Elton Dean. Zur gleichen Zeit sang er wie ein Bekloppter heimlich Demos bei Dick James ein und hatte diverse Auftritte mit verschiedenen Bands. Die nächtlichen Aufnahmen mit Caleb Quaye, den er von früher kannte, wurden entdeckt und er musste die Bänder vorspielen. Daraufhin bekam er einen Plattenvertrag. Im neuen Jahr schrieben Elton und Bernie fleißig Songs, im März 1968 erschien die erste Single "I´ve Been Loving You". Zwei Monate später tritt er ein allerletztes mal mit Bluesology auf. Elton wohnte auch nicht mehr bei Mutti, sondern war ausgezogen und bewohnte mit Bernie und Linda Woodrow, Eltons "Freundin", in einem Haus in Islington, einem Stadtteil von London. Er war mit Linda verlobt, gab aber damals schon offen zu, dass er bisexuell sei. Sexuell hatte er eigentlich kein Interesse an ihr, aber sie hatten ihr erstes Mal miteinander, was schrecklich gewesen sein soll. Irgendwann wuchs ihm die Sache mit seiner Unterdrückten Homosexualität über den Kopf und er schnappte sich ein Kopfkissen, ging in die Küche, machte das Fenster auf, drehte den Gasbackofen auf Stufe eins und bettete sich in der Röhre. Bernie fand ihn und fing fürchterlich an zu lachen. Aber ich denke, so grotesk die Situation auch gewesen sein mag, es war doch irgendwie ein Hilfeschrei. Dieser wurde zum Glück erhört und die Hochzeit wurde abgeblasen. Daraufhin zog Elton mit Bernie wieder zu Sheila. Elton schrieb zu dieser Zeit fleißig Tagebuch, die Einträge sind ziemlich knapp und beschreiben sein Alltagsleben. Vom Leben eines Stars kann noch absolut nicht die Rede sein: "Nahm den Zug um halb zehn und ging zu Musicland. Wurde auf dem Weg nach hause zusammengeschlagen. Ging direkt ins Bett" oder "Tante Win und Mutter haben mir heute ein Auto gekauft. Super" oder "Jahrmarkt in Pinner. Habe eine Kokosnuss und zwei Goldfische gewonnen" Am nächsten Tag: "Meine Goldfische sind gestorben, bin sauer". 

1969 erschien dann sein erstes Album, Empty Sky. Es floppte, trotz guter Kritiken. Die meisten Kritiker attestierten ihm großes Talent, allerdings in einer noch nicht ganz ausgegorenen, aber handwerklichen einwandfreien Form. Zwischen 1969 und Anfang 1970 nahm Elton die Chartbusters go Pop auf. Man nahm aktuelle Hits von damals, möglichst genau gecovert und verkaufte das dann in Supermärkten für kleines Geld, z.B. bei Woolworth und natürlich wurden weiterhin fleißig Demos aufgenommen. Bernie schrieb wie immer zuerst die Texte und Elton fügte binnen 20 Minuten die Musik hinzu. Im Januar begannen auch schon die Arbeiten für das zweite, nach ihm selbst benannten Album. Paul Buckmaster kümmerte sich um die Orchesterarrangements, Elton John bekam insgesamt einen gospelangehauchten Sound und super Kritiken. Das Album war erfolgreich, insbesondere das schüchtern zurückhaltende und wahnsinnig schöne Liebeslied Your Song. Elton war nun bekannt, ein gefeierter Newcomer mit großer Zukunftsaussicht. Nun stand er auch auf der Bühne und gab große Konzerte, meistens trug er extravagante Klamotten, große Brillen und da er nur 1,70m groß mochte er damals auch hohe Schuhe. Das konzertieren machte ihm damals wie heute einen Riesenspaß. Nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, durch seinen legendären ersten Auftritt mit Nigel Olssen und Dee Murray im Troubadour wahr Elton nun bekannt. 

Im Oktober erschien Tumbleweed Connection, der wohl genauste musikalische Bericht über den amerikanischen Bürgerkrieg. Das Album war nicht unerfolgreich, aber eine Single gab es nicht. Zu dieser Zeit war es normal bei Elton, dass er zwei Alben pro Jahr herausbrachte, stand so in dem Vertrag den er und Bernie und er unterschrieben hatten. 1972 schrieben sie den Soundtrack für den eher düsteren Film Friends und das ebenfalls düstere Album Madman Across the Water erschien. Danach wurde Elton etwas kommerzieller, aber auf keinen Fall schlechter oder flach klingender. Entstanden ist Honky Château, aufgenommen in Frankreich. Zum ersten mal ohne Streicher (die elektrische Violine ausgenommen) war der Sound flott, innovativ, eingängig und wie meistens mit viel Klavier. Das Album und die Singles Honky Cat und Rocket Man waren sehr erfolgreich. Es folgten weitere super Alben wie Don´t Shoot Me, I´m Only the Piano Player und verschiedene Singles. Mittlerweile waren er und Bernie auch von zu Hause ausgezogen. Bernie ging in die Staaten, Elton hatte verschiedene Wohnsitze. 

Seine Klamotten wurden mit der Zeit ziemlich Glamrock-mäßig und noch schriller. Glitzernde Plateauschuhe, riesige Brillen und extravagante Outfits mit Federn, große Lichtershow bei den Konzerten und ganz viel Glitzer wurden zu seinem Markenzeichen. Kurz: seine Konzerte waren legendär. und er der heißeste Liveact der 70er. Die Klamotten waren eine Parodie auf die ganzen Eintagsfliegen im Showbiz der 70er Jahre und außerdem war die Verkleidung ganz gut, um seine Minderwertigkeitskomplexe zu verstecken. Seine Haare gingen durch das viele färben auch langsam aus. Dauerbrenner Alben wie Goodbye Yellow Brick Road und das autobiograhische Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy entstanden. Elton hätte das Telefonbuch von Pinner singen können, es wäre ein Hit geworden. 

1974 hatte John Lennon mit ihm seinen letzten Bühnenauftritt, sie sangen einige Songs zusammen, Elton coverte Lucy in the Sky, und One Day at the Time, dann sangen sie zusammen Whatever Gets You Trough the Night. Im selben Jahr erschien auch das leider etwas schwächere Album Caribou. Es war zwischen zwei Touren gequetscht und klang eben auch so, schoss aber trotzdem auf Platz 1 der Charts. Elton hatte zu dieser Zeit keinen Partner oder eine Partnerin, ich denke, er war ein bisschen einsam. Aber er war überall so richtig dick im Geschäft. Er bekam sogar einen kleinen Gastauftritt in der Rockoper Tommy von The Who mit dem Song Pinball Wizard. Seine Schauspielkünste waren von den Kritikern hoch gelobt, auch seine Single Pinball Wizard war 1975 erfolgreich. 

Leider begann auch ab 1975 seine Drogenkonsum, er wurde mit einer Überdosis in New York eingeliefert und Bullimie hatte er auch noch. Ein Jahr später erschien das Album Rock of the Westies, dreckiger Rocksound, intelligente Texte, Don´t Go Breaking My Hearts mit Kiki Dee und das hässlichste Albumcover der Musikgeschichte zeichnen es aus. Nach 1976 bekam seine beispiellose Karriere einen kleinen Schlag ab, weil er sich als bisexuell outete. Die Leute in Amerika waren so entsetzt, dass sie für einige Zeit seine Songs nicht mehr im Radio spielten. Er war noch dazu etwas überlastet und wollte nicht mehr auftreten, mal Zeit zu Leben haben, wie er selbst sagte. Bernie arbeitete zu dieser Zeit auch mit anderen zusammen. Elton verschanzte sich in einem seiner drei Häuser, kam zu Fußballspielen von Watfort (den englischen Verein, den er gekauft hatte, er war nur Vorsitzender) raus, kickte auch mal selbst zum Spaß mit, spielte Tennis, kaufte Platten und brachte nur noch ein Album pro Jahr heraus. Das etwas traurige und sozusagen als "Abschied" gedachte Blue Moves entstand. Warum Abschied? Er sagte zu dem Album: "So, das ist es, das letzte" Auf dem nächsten Album, A Single Man, ebenfalls nicht gerade High Live mäßig, war nur ein einziger Bernie Taupin Text, der Rest stammt von Gary Osbourne, seinem neuen Texter. Bernie und er hatten einfach zu viel Zeit miteinander verbracht, gingen sich gegenseitig auf die Nerven, Sie brauchten Abstand voneinander.

Danach ging es musikalisch eigentlich nur noch bergab, Victim of Love flirtete aufs Heftigste und ziemlich erfolg Die Auftritte waren wie gewohnt super, vor allem mit dem Drummer Ray Cooper, der seinen Songs mit seinen Xylophonen und ähnlichen Sachen einen gewissen Touch gab. Es folgten die Achtziger, dioe ihn wieder näher mit Bernie Taupin zusammen gebrarcht haben. 1984 heiratete er die deutsche Tontechnikerin Renate Blauel. Sie kam aus der Nähe von München und war für ihre Ausbildung nach England gegangen. Sie arbeitete mit Elton in Australien zusammen. Er machte ihr in einem indischen Restaurant einen Heiratsantrag und ein paar Tage später, am Valentinstag, wurde auch schon geheiratet in einer schönen Kirche, beide in weiß und natürlich mit einem Haufen Blumen und vielen Freunden. Sogar seine Freunde wunderten sich über seinen Entschluss, eine Frau zu heiraten, da er (natürlich inoffiziell) als schwul galt. Elton konsumierte in dieser Zeit viel Koks und Alkohol, manchmal auch Crack, war ständig zu. In dieser Zeit passierte es auch mal, dass er im Drogenrausch auf die Bühne ging und hinterher nicht mehr wusste, was er da eigentlich gemacht hatte. Unerfolgreich war er in den Achtzigern trotzdem nicht, Hits wie Blue Eyes, Nikita und I Guess That´s Why They Call It the Blues entstanden. Auch die Aleben der 80er Jahre wie Too Low For Zero, Breaking Herats und Ice oOn Fire paltzierten sich in den gut in den Charts. 

1987 musste Elton sich einer Stimmband OP unterziehen, seine Fans waren in großer Sorge, aber die Knötchen wurden ohne Probleme entfernt. Erst hieß es, dass die von einer Infektion kamen, doch später stellte sich heraus, dass sie durch den Drogenkonsum entstanden sind. Die OP hatte Folgen für seine Stimme, das Falsett war weg, um ganze fünf Töne. Aus der hellen, leicht metallisch und mit viel Falsett ausgestatteten Tenorstimme wurde ein warmer, reichhaltiger und maskulinerer Bariton. 1988, pünktlich zu seinem 41., lies er sich von Renate Blauel wieder scheiden. Sie konnten nicht weiter leugnen, dass er schwul ist. Eine schmutzige Scheidungsschlacht gab es zum Glück nicht, Elton hat sich noch nie negativ über sie geäußert, beschreibt sie bis heute als tollste Frau, die er jemals kennen gelernt hat. Und in diesem Jahr räumte Elton bei sich so richtig kräftig auf. Der ganze Plunder der letzten Jahre musste raus. Über 2000 Sachen wurden versteigert, auch die Platten, die er angesammelt hatte. Sein Zustand war immer noch schrecklich, er verglich seinen mentalen und physischen Zustand mit dem von Elvis Presleys letzten Jahren. 

Als er mit einer Überdosis Kokain und Alkohol im Krankenhaus erwachte, lernte er Ryan White kennen. Einen Teenager mit Aids aus Indiana. Sein Schicksal berührte ihn sehr und er freundete sich zusammen mit Michael Jackson mit ihm an. Im neuen Jahrzehnt ging Elton in eine Klinik in Chicago, um seinen Drogen und Alkoholsucht und seine Bulimie in der Griff zu bekommen. Er verlor zusätzlich Gewicht und lies sich Haare transplantieren, die später wieder ausfielen. Also griff er wieder zur Perücke. Musikalisch war er wie immer erfolgreich, Sacrifice wurde ein riesen Hit und das Album Sleeping With The Past ebenso. 1991 starb Freddie Mercury, ein enger Freund von ihm an Aids. Er hatte ihn vorher oft im Krankenhaus besucht und nahm auch an seiner Beerdigung teil. Er sang natürlich auch ein Jahr später beim Gedächtniskonzert, mit dem vorher als homophob geltenden Axl Rose sang er sogar ein Duett. Auch seine Aidsstiftung, für die er bis heute durch Partys fleißig Geld sammelt wurde noch in diesem Jahr gegründet. Elton sagte selbst, er hätte sehr viel Glück gehabt und kein Aids bekommen, deshalb will er den Leuten, die nicht so viel Glück haben oder hatten wie er helfen. 

1993 lernte er seinen Lebenspartner David Furnish kennen. Elton schmiss eine Halloweenparty und sie wurden einander vorgestellt. David wollte erst gar nicht zur Party kommen, weil er Angst hatte, dass Elton langweilig oder unangenehm sein könnte. Doch die beiden verstanden sich gleich gut und tauschten Telefonnummern aus. Am nächsten Tag hatten sie ein privates Dinner. 1994 schrieb Elton John zusammen mit Tim Rice den Soundtrack für den Disneyanimationsfilm Der König der Löwen und bekam einen Oscar dafür. Der Song Can You Feel The Love Tonight gewann zusätzlich den Academy Award für den besten Song und er durfte sich in der Rock´n Roll Hall of Fame verewigen. Ein Jahr später erschein das Album Made in England und erreichte Platz 3 der Charts. 

1997 wurde Elton auch schon 50 Jahre. Er feierte ordentlich wie es sich gehörte und verkleidete sich als Ludwig der 14. Auch sein Partner hatte sich schick gemacht. Eltons Perücke war so hoch, dass er in einem Laster angefahren werden musste. Im selben Jahr verlor Elton seinen besten Freund, Gianni Versace und auch Prinzessin Diana starb. Er konnte es kaum fassen, zwei seiner Freunde starben im selben Jahr! Er wurde damit beauftragt, bei Lady Dianas Beerdigung in der Westminster Abbey zu singen und einigte sich mit seinem Texter Bernie Taupin kurz entschlossen darauf, die Ode Candle in the Wind an Marilyn Monroe aus dem Jahre 1973 für Diana umzuändern. Die Single dazu verkaufte sich sehr gut und er sagte, er wolle die Diana-Version nie wieder singen. Der Erlös ging an die Diana Stiftung, die sich für Aidskranke, Landminenopfer und bedürftige Leute in Afrika kümmert. 

Ein Jahr später setze er sich wieder mit Tim Rice zusammen und schreib das Musical Aida. Im neuen Jahrtausend arbeitete er viel mit anderen Künstlern zusammen, mit Alessandro Safina nahm er Your Song neu auf, mit der Band Blue Sorry Seems to be the Hardest Word. Außerdem schrieb er mit Time Rice den Soundtrack zu dem Dreamworks Film The Road to El Dorado. 2001 erschien das Album Songs From the Westcoast, mit dem er wieder zurück zu seinen musikalischen Wurzeln kehrte. Er sagte, es sei sein letztes Studioalbum und er wolle sich nun auf Liveauftritte konzentrieren. Außerdem hatte er einen legendären Auftritt mit Eminem bei den Grammy Ewards. Der eigentlich als Schwulenhasser geltende Rapper performte mit Elton auf der Bühne ein Duett. Die beiden verstehen sich gut und er findet Eminem wirklich nett. Elton hielt zum Glück nicht Wort mit dem letzten Album und brachte 2004 Peachtree Road raus. Außerdem sagte er, dass er seinen langjährigen Lebenspartner David Furnish heiraten wolle und macht ihm auf einer seiner Partys einen Heiratsantrag. 2005 war es dann endlich in Großbritannien erlaubt, dass gleichgeschlechtliche Partner eine eheähnliche eingetragene Partnerschaft haben dürfen. Am 21. Dezember war der große Tag gekommen: Die beiden gaben sich das Jawort, und Elton war entgegen aller Erwartungen sogar relativ schlicht und elegant gekleidet, hinterher gab es ein rauschendes Fest mit vielen Stars. 

Ein weiteres Musical, nämlich Billy Elliot feierte im selben Jahr Premiere. Es lief also bestens für ihn, er tourte durch die ganze Welt oder war in Las Vegas mit der Red Piano Show. Duette und Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern lies er auch nicht aus. 2006 spielte er in dem Song I Don´t Feel Like Dancing von Scissor Sisters Piano und 2007 bei Timbalands Two Man Show Klavier. 2006 lies er auch seine Solokarriere nicht schleifen und brachte sein 43. Album raus, The Captain and The Kid, welches autobiographisch ist und an Captain Fantastic and The Brown Dirt Cowboy anknüpft. 

Ein Jahr später wurde Elton auch schon 60, er sah aus wie das blühende Leben und gab ein riesiges Konzert im Madison Square Garden in NYC, in dem er zum 60. mal auftrat. Als das Publikum Happy Birthday für Elton sang, musste er mit den Tränen kämpfen. Es gab ein riesiges Staraufgebot, sogar Bill Clinton war bei dem Konzert dabei. Momentan tourt Elton durch die ganze Welt, hat viele neue Projekte und konzertiert weiterhin gerne, er scheint glücklich zu sein mit sich und der Welt und man darf gespannt sein was der kleine Mann mit dem großen Talent demnächst wieder auf die Beine stellt.

Fortsetzung folgt!
- the pink piano